Firma Klemm - ein Führung
Firma Klemm Bohrtechnik - eine Werksführung
Beeindruckende Führung bei der Fa. KLEMM für den Heimatverein Drolshagen am 29.05.2026
Der Heimatverein für das Drolshagener Land bietet in seinen Jahresprogrammen seit langem die Reihe Drolshagener Unternehmen stellen sich vor an.
Zuletzt wurden besucht: Die Metallgießerei Ohm & Häner in Germinghausen, die Molkerei „Volle Kanne“ in Feldmannshof und das Touristikunternehmen Campingplatz „Gut Kalberschnacke“.
Höchst interessante Eindrücke vermittelte diesmal, am Freitag, den 29.05.26, der Besuch der Firma KLEMM Bohrtechnik bei einer gut 2-stündigen Werksbesichtigung in deren neuem imposanten Werk im Interkommunalen Gewerbegebiet Hüppcherhammer.
Dabei nahm sich der kaufmännische Geschäftsführer Georg Stahl aus Drolshagen viel Zeit, um der 16-köpfigen Besuchergruppe einen kurzweiligen Überblick über die Firmengeschichte und natürlich über das neue Werk, das nun in einer 184 m langen und ca. 64 m breiten Halle und damit auf einer ca. 11.300 qm großen Fläche entstanden ist, zu vermitteln.
Die Ursprünge der Fa. KLEMM gehen dabei bis ins Jahr 1963 zurück. Damals wurde der Biggesee mit seinen Dämmen gebaut und knapp 10 Jahre später begannen die Arbeiten mit dem Bau der A 45 (Sauerlandlinie). Das Stammwerk KLEMM in der Wintersohle bei Drolshagen-Wenkhausen entstand dabei aus einem ehemaligen Depot, welches für den Autobahnbau eingerichtet worden war. Der Firmengründer Günter Klemm konnte dieses seinerzeit günstig erwerben. Mit dem Bau des Biggesees lagen große Projekte quasi vor der Haustür des neuen Unternehmens, das sich auf den Bau von Tiefen- und Ankerbohrmaschinen spezialisierte.
Ursprünglich wurde das Werk in Wenkhausen von Günter Klemm und Alfred Stahlhacke / Herbert Pischko gegründet; später trennten sich jedoch deren Wege. Ende der 1980er-Jahre verkaufte Günter Klemm das Unternehmen an den amerikanische Konzern Ingersoll-Rand. Im Jahr 1998 wurde das Unternehmen KLEMM an die BAUER-Gruppe (mit Stammsitz in Schrobenhausen bei München) veräußert. Zu dem Konzern gehören eine Vielzahl weiterer Unternehmen, u.a. auch die Fa. Eurodrill, die ebenfalls in Drolshagen im Gewerbegebiet Sengenau ansässig ist, sich aber auf die Antriebstechnik für Bohrgeräte spezialisiert hat. Das Rechnungswesen von Eurodrill wird allerdings von der Fa. KLEMM schon seit vielen Jahren mit erledigt.
Während nun am alten Standort in Wenkhausen die einzelnen Bestandteile der unterschiedlich großen Bohrsysteme produziert werden, erfolgt nach einem kurzen Transport dieser Komponenten im neuen Werk deren Zusammensetzung. Am Produktionsstandort in Wenkhausen sind ca. 200 Mitarbeiter/innen beschäftigt; die Belegschaft in Hüppcherhammer umfasst ca. 100 Mitarbeiter/innen, wobei auch in verschiedenen Berufen vom Ingenieur bis zum Industriekaufmann ausgebildet wird.
Für Berufseinsteiger vielleicht interessant: das Unternehmen sucht immer innovativen Nachwuchs. Dabei sind die Arbeitsvoraussetzungen im neuen Werk nahezu ideal. Auf drei Ebenen entstanden Versorgungs- und Technikräume im Kellergeschoss (wo eine Vielzahl von Leitungen von insgesamt 64 Geothermie-Erdbohrungen, aber auch unzählige weitere Stromleitungen zusammenlaufen), ein großzügiger Verwaltungs-Trakt und die fast zwei Fußballplätze umfassenden Werkshallen.
Ebenfalls imposant sind die riesigen Solaranlagen auf dem Dach der Hallen, die insgesamt 750 KW/Peak Leistung erzeugen und deren Strommengen direkt an der Strombörse gehandelt und vergütet werden. An der A 45 - Ausfahrt Olpe gelegen, ist die Erreichbarkeit des Werks bestens gegeben.
Vom Dach aus bot sich den Teilnehmenden ein herrlicher weiter Blick auf unsere schöne sauerländische Waldlandschaft, darin eingebettet das Dörfchen Eichen und die Stadt Olpe. Neben dem Werk KLEMM mit seinem insgesamt 50.397 qm umfassenden Gelände sah man auf den direkt benachbarten dritten und letzten Bauabschnitt des interkommunalen, das heißt, von den Städten Olpe und Drolshagen gegründeten Gewerbegebiets Hüppcherhammer mit weiteren Gewerbeflächen.
Seit einigen Jahren hält der Immobilien-Geschäftsmann Doblinger, etwa 73% der Firmenanteile an der BAUER-Gruppe. Die Bohrtechnik-Spezialisten verkaufen und liefern weltweit und nutzen dabei unter anderen das Distributionsnetzwerk der BAUER Gruppe. Wesentliche Märkte sind Europa und Nordamerika. Inzwischen werden auch rein elektrische Antriebstechniken bei den Bohrfahrzeugen eingesetzt.
